Vor der Lesung ist nach der Lesung.

„Nein, nein, ich bin nicht aufgeregt.“
Stef, 28, hat ein 1000-teiliges Taschentuch entdeckt.

 

Genau so ging es mir am Tag der Lesung, drei Stunden bevor es losging. Ich habe ein Taschentuch geknetet, was danach keines mehr war. Mehrfach bin ich meinen Text durchgegangen, habe laut gelesen, Korrekturen vorgenommen – ja, auch das kommt vor, obwohl man gefühlt schon einhundertmal drüber gelesen hat – und meine Stimmlagen trainiert. Meine Katzen waren in der Zeit gute Zuhörer, bis es dann so weit war.

Zum ersten Mal fand die Lesung im Dr. Hops in der Eichendorffstraße 7 in 04277 Leipzig statt. Ein ganz liebes Dankeschön an das gesamte Team. Es war sehr entspannt dort, das Essen war sehr lecker und die Empfehlungen waren super. Ich selbst kann mich nicht beschweren und habe mich sehr wohl gefühlt.

Es dauerte nicht lange und nach und nach füllte sich der Raum und ich bin sehr, sehr glücklich, dass so viele erschienen sind. Bis dato ging es mir auch noch prima, ich habe sogar noch etwas gegessen und mit vielen geredet. Als alle Lesenden da waren, wurde es fast schon Ernst. Die Reihenfolge wurde entschieden, ich war die Nummer 3, und irgendwann war die Zeit schon heran und die Lesung begann.

Auch wenn jeder Zweite meinte, dass ich nicht aufgeregt aussah und vollkommen entspannt rüberkam, sah es in mir drin ganz anders aus. Mir war heiß und kalt zeitgleich, meine Finger haben gezittert und mein Mund war ganz trocken. Solche Gedanken wie z.B. bloß nicht verlesen, hoffentlich versagt die Stimme nicht und nimm dir Zeit beim Lesen, konnte ich bis heute nicht ablegen, obwohl ich schon an fünf Lesungen teilgenommen habe. Jede ist eben anders und irgendwie etwas Besonderes.

Dann kam der Moment, wo ich aufgerufen wurde. Alle Augen blickten zu mir. Ich kann euch nicht mehr sagen, was ich für einleitende Worte gesagt habe. Es ging einfach los, das Herz schlug mir bis zum Hals und in meinem Kopf war nur noch meine Kämpfer-Saga und ich. Ich habe Kapitel 1 vorgelesen, weil ich da am wenigsten erklären musste und (!) weil dieses Kapitel fertig ist. Es hat den zweiten Korrekturlauf schon überlebt. Klingt gut, oder?

Ich habe in den ersten paar Sätzen wahnsinnig gezittert, aber umso mehr ich las, umso ruhiger wurde ich und dann kam eine Stelle im Text, wo ein Ortsname fehlte. Ich kannte den Namen des Ortes, aber beim Lesen ist man dann doch kurz verblüfft, wenn man sieht, dass da drei Wörter im Text fehlen. Mir ist es vorher nicht aufgefallen, weil ich beim Üben immer den Text im PC gelesen habe. Wieder einmal dazugelernt, zukünftig übe ich auch mit Papier.

Der Rest verlief dann problemlos und ich selbst war dann irgendwann so in meinem Text drin, dass die Zeit viel zu schnell verging und ich die Bühne wieder verlassen musste. Zum Abschluss gratulierte ich noch einer Freundin, einige kennen sie vielleicht von Instagram. Büchermädchen war nämlich zu Gast auf der Lesung und das am Tag ihres Geburtstages. Ein tolles Gefühl, dass sie an ihrem Ehrentag die Lesung besucht hat. Danke, liebe Ally!

Als ich fertig war, war ich erleichtert und wahnsinnig glücklich. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber mir macht es einfach Spaß, aus meinen Texten zu lesen und euch für die kurze Zeit in den Bann zu ziehen. Außerdem hat mir die Lesung auch wieder ein Stück Motivation geschenkt: Weiter zu machen und weiter zu schreiben, bis meine Kämpfer-Saga fertig ist.

Auch die ganzen lieben Worte, die bei mir angekommen sind, waren der Wahnsinn. Die Nachrichten, die mich später erreicht haben, haben mein Herz zum Leuchten gebracht. Vielen, lieben Dank dafür!
Ich danke euch allen, die dabei waren und mir und meinen Autorenfreunden gelauscht haben. Nur wegen euch machen Lesungen so Spaß und ich freue mich jetzt schon auf die nächste!

 

Eure Stef

2 thoughts on “Stef bei der Lesung am 21.09.2018”

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