Von Fantasy-Romanen und deren Platz in der Welt der Literatur.

Liebe Leserinnen und Leser,

 

ich wende mich an euch, weil mich seit geraumer Zeit ein Thema nicht in Ruhe lässt und nun seinen Höhepunkt erreicht hat. Ich akzeptiere und toleriere jede Meinung, doch genauso gehört es dazu, auch meine Meinung und die anderer zu akzeptieren.

 

Ein Autor hat sich dahingehend mir gegenüber geäußert, dass Fantasy-Literatur nicht mit der Weltliteratur mithalten kann und dass aktuelle Fantasy-Bücher, Bücher, die ich lese und rezensiere, es niemals so weit schaffen werden und dass solche Bücher nur Zeitverschwendung sind und er diesen Büchern schon von Vornherein keine Chance geben wird.

 

Mit dieser Aussage greift er nicht nur mich als Autorin an, die das Fantasy-Genre lebt und liebt, sondern auch mich als Bloggerin von BookieDreams, alle Blogger und Leser, die sich mit dem Fantasy-Genre identifizieren können, und alle Autoren sowie Buchverlage, die Fantasy-Bücher veröffentlichen.

 

Das Fantasy-Genre gehört zur Literatur, genauso wie es Krimis, Biografien, Kurzgeschichten und die vielen anderen Sparten tun, die es gibt. Das steht fest und da gibt es auch nichts zu diskutieren.

 

Und wie Fantasy-Bücher in die Weltliteratur eingehen können, haben J. R. R. Tolkien, Jules Verne, Lewis Carroll, Clive Staples Lewis und so viele andere schon bewiesen. Und dass auch ein Fantasy-Roman aus heutiger Zeit es schaffen kann, in die Weltliteratur aufzusteigen, daran glaube ich ganz fest und das wird auch so kommen, nur – und das ist der feine, aber kleine Unterschied – sind die Bedingungen heute überhaupt nicht vergleichbar mit den Bedingungen von früher, wo Fantasy-Romane eine Rarität waren und wo jede fantastische Geschichte sich ihren Platz erkämpfen musste. Darüber hinaus ist der Wert einer Geschichte nicht von dem Genre abhängig. Jeder Roman hat die Chance, Fragen der Philosophie und der Menschheitsgeschichte zu ergründen, Gesellschaftskritik auszuüben, Probleme und Lösungen aufzuzeigen, jedes Genre tut das auf seine Art und Weise und entweder man identifiziert sich damit oder nicht.

 

Niemand wird gezwungen, fantastische Literatur zu lesen, niemand wird gezwungen, meine Rezensionen zu lesen, sich die Bücher zu kaufen, unserem Blog zu folgen und ich drängle niemandem meine Meinung auf, aber derjenige, der solch ein Buch überhaupt nicht gelesen oder angelesen hat, mit dem Fantasy-Genre überhaupt nichts zu tun hat und sich damit nicht identifizieren kann, sollte sich nicht anmaßen zu behaupten, dass diese Art der Literatur es niemals mit der Weltliteratur aufnehmen kann.

 

Und ich sage: Doch, das kann sie.

 

Niemand hat das Recht, mich in meiner Liebe für Bücher anzugreifen, denn und das ist das wichtigste überhaupt: Bücher sind wie alles auf dieser Welt Geschmackssache und jeder hat es zu akzeptieren, wenn ich ein Buch gut finde. Am Ende treffe ich die Entscheidung, für welche Literatur ich meine Zeit „verschwende“. Welchen Büchern ich eine Chance gebe, mein Herz zu erobern, obliegt mir und ich akzeptiere es genauso, wenn der Autor sich damit nicht identifizieren kann. Er muss sich auch damit nicht beschäftigen, er ist ein freier Mensch, und trotzdem erlaubt er es sich, jedes Mal in meinem Beisein einen Satz darüber zu verlieren und die Diskussion immer wieder von Neuem zu entfachen, obwohl beide Meinungen dazu klargestellt sind. Natürlich kann man über Bücher diskutieren, aber irgendwann ist ein Thema ausdiskutiert. Ich akzeptiere sein Genre, seine Leidenschaft fürs Schreiben, seine Lieblingsbücher, über die ich noch nie ein negatives Wort fallen gelassen habe, doch mit dem gleichen Respekt möchte auch ich behandelt werden.

 

Was ich mit diesem Beitrag erreichen möchte, ist die Toleranz unter den Literatur-Genres.

 

Wer keine Fantasy-Literatur mag, muss es nicht lesen, aber bitte seid tolerant und akzeptiert dieses Genre und die Leser, die diese Bücher lieben. Freut euch mit ihnen, dass sie ihr Herzensbuch gefunden haben, als abfällig zu werden, wofür sie ihre Zeit verschwendet haben. Seid offen gegenüber den Genres und respektiert andere und deren Meinungen, denn am Ende zählt die Aussage des Romans und nicht das Genre.

 

Und ob ein Fantasy-Roman aus unserer Zeit zur Weltliteratur aufsteigen kann, hat kein einzelner Autor zu entscheiden, sondern alle die, die es gelesen haben und wissen, worum es geht. Die, die es weitertragen und über Jahre weitererzählen, bis es schließlich in die Geschichte der Literatur eingeht.

 

Die Bücher, die es nicht zur Weltliteratur geschafft haben, gehören immer noch zur Literatur und das hat jeder zu akzeptieren. Es geht mir nicht darum, ob sie gut oder schlecht sind, das soll nicht Thema dieses Beitrags sein, aber solange wie ein Mensch diese Bücher liest, sind sie Literatur.

 

Fantasy-Romane sind Literatur. Das Genre hat sich etabliert.

 

Es gibt so viel Platz in der Welt der Literatur, warum muss man Gedanken und Zeit dafür investieren, für das, was man nicht mag, wenn doch das Genre, welches man liebt, einen viel glücklicher macht?

 

Für die einen möge das Fantasy-Genre Zeitverschwendung sein, doch für andere ist es viel mehr als das: Reisen, Träume, Wunder …

 

Jeder darf lesen, was er möchte. Sachlich diskutieren ist erlaubt, aber jemanden persönlich immer wieder anzugreifen, geht nicht und ist respektlos. Denkt immer daran.

 

Ich liebe das Fantasy-Genre und die Zeit wird kommen, dass weitere Fantasy-Romane in die Weltliteratur eingehen werden. Nicht heute, nicht morgen, aber eines Tages.

 

Es lebe die Fantasie.

 

Eure Stef

2 thoughts on “Stefs Blogger Life: Die Akzeptanz des Fantasy-Genres”

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