Du spielst nur eine Rolle, rede ich mir ein, während ich zum letzten Mal die vertrauten Gänge entlanglaufe. […] Aber wenn du Tag und Nacht eine Rolle spielst, was bleibt dann noch von der Person, die du eigentlich bist?

 

Klappentext

 

Als die junge und schöne Elektra Hamilton bei einem Reitunfall ums Leben kommt, erhält Isabel ein unerwartetes Angebot. Sie, die Elektra wie aus dem Gesicht geschnitten ist, soll deren Platz einnehmen. Sie muss lediglich für immer verschweigen, wer sie wirklich ist. Ein Leben in Luxus winkt ihr – und die Verlobung mit dem attraktiven Phillip von Halmen.
Zunächst scheint keiner Verdacht zu schöpfen. Doch Elektra hatte eigene Geheimnisse und während diese sie langsam einholen, wächst in Isabel die Gewissheit, dass Elektras Tod kein Unfall war. Wer trachtete Elektra nach dem Leben? Und wird der Mörder erneut zuschlagen?
Isabel weiß nur, dass sie keinem trauen kann …

 

Erster Satz

 

Als Phillip mich auf der Tanzfläche herumwirbelt, komme ich mir einen Augenblick lang so vor wie in einem Märchen: Prinz und Prinzessin schließen sich nach einer Zeit harter Bewährungen endlich in die Arme.

 

Meinung

 

Zu Beginn direkt ein liebes Dankeschön an Christian Handel, dass ich Becoming Elektra kostenlos hören durfte. Es hat mir unglaublich gut gefallen, da es eine Mischung aus Fantasie, Dystopie und ein wenig Thriller ist und ich Bücher, die in der Zukunft spielen, wahnsinnig spannend finde.

Die Geschichte handelt von Isabel, die in einem Institut aufwächst, welches sie nicht verlassen darf, denn sie ist ein Klon und dient als Ersatzteillager. Als ihr Original Elektra Hamilton ums Leben kommt, gibt es daher eigentlich keine Verwendung mehr für sie, doch die Familie wünscht, dass sie deren Platz einnimmt, nicht nur um die Familie zu schützen, sondern auch um die Ziele der Hamiltons weiterzuverfolgen. Ein Leben in Reichtum erwartet sie, der Wunsch nach Freiheit ist näher denn je, aber der Schein trügt. Ihr Leben ist in Gefahr.

 

„Denn das ist die Wirklichkeit: Ich bin nicht Cinderella. Und dies ist kein Märchen.“

 

Isabel ist mutig, möchte ihre Freunde aus dem Institut beschützen und steht, obwohl sie sich verstellen muss, trotzdem zu sich. Sie hat es nicht einfach, als sie in Elektras Rolle schlüpft, und erfährt Geheimnisse und Pläne der Familie, der sie von nun an treu sein muss. Und das ist eine nervliche Zerreißprobe. Sie lebt mit der ständigen Unsicherheit und der Gefahr, als Klon enttarnt zu werden. Dass auch noch jemand nach ihrem Leben trachtet, macht es nicht einfacher und so muss sie nicht nur die Fassade aufrechterhalten, sondern auch auf sich Acht geben.

Die Idee, dass ein Klon den Platz des Originals einnimmt, finde ich sehr spannend. Es war für mich nichts Neues, da ich schon zwei Bücher über Klone gelesen habe, aber ich war sehr daran interessiert, wie Christian Handel die Idee verpackt hat und das hat mir gefallen. Es beginnt ruhig, was ich persönlich nicht schlimm fand. Gerade am Anfang gibt es ein paar Erklärungen und Informationen zum Alltagsleben, gerade wie der technische Fortschritt das Leben verändert hat. Die Wendung folgte jedoch und dann gab es viele Spannungshöhepunkte, die mich die ganze Zeit mitgerissen haben, denn ich wollte natürlich wissen, wer es auf Isabel bzw. Elektra abgesehen hat. Doch was mich auch begeistert hat, waren die Machtverhältnisse und die Intrigen. Wem kann man vertrauen? Wer treibt ein böses Spiel? Das war gut gemacht und hat mir sehr gefallen.

Gerade auch das Thema Klonen und wie man mit einem Klon umgeht wurde gut aufgegriffen und wirft seine Schatten voraus. Der Gedanke lässt einen tatsächlich nicht so schnell in Ruhe. Ich habe mich selbst dabei erwischt, wie ich darüber nachgedacht habe, ob ich einen Klon haben wollen würde. Ich fände es gruselig, abschreckend, aber dennoch spannend.

Christian Handels Schreibstil gefällt mir sehr, er ist jugendlich, verständlich und sehr flüssig. Ich konnte Isabels Entscheidungen nachvollziehen, fand ihre Gedanken interessant, habe ihre Angst gespürt, aber auch den Mut, den sie aufbringen musste. Auch die Beschreibung der Welt und die Erklärungen waren klar strukturiert, es war nicht zu viel, nicht zu wenig, genau richtig, damit sich die Welt in meinem Kopf aufbauen konnte.

Ich kann euch das Hörbuch auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Gelesen wird es von Nora Jokhosha, die ich schon von ein paar Hörbüchern kenne. Ich finde ihre Stimmfarbe sehr angenehm, sie passt auch zum Alter der Protagonistin und ich konnte die Figuren ohne Probleme unterscheiden, weil sie jeder Figur einen gewissen Klang mitgegeben hat. Auch die Stimmung und Spannung hat sie gut herübergebracht.

Auch wenn es ein Einzelband ist, ich könnte mir vorstellen, noch mehr von Isabel oder sogar von anderen Figuren zu lesen, denn das Ende, genauer gesagt der Epilog, hat es in sich. Gerade die Pläne der Familie, die Einfluss auf das Institut haben, sind in meinen Augen noch nicht abschließend geklärt. Da ist noch Potential für eine weitere Geschichte und das würde mich sehr freuen! Gerne mehr davon, lieber Christian Handel!

 

Fazit

 

Ein spannender, dystopischer Roman über das Schicksal einer jungen Frau, die in die Rolle einer anderen schlüpft und ihr Leben damit in Gefahr bringt. Sie muss sich in einer modernen, technischen Welt gegen Intrigen und Machtspielchen durchsetzen und wirft dabei immer wieder nachdenkliche Fragen auf, die einen nicht in Ruhe lassen.

 

Fakten

 

Verlag: >> Ueberreuter Verlag <<

Autor: >> Darkstars Fantasy News von Christian Handel <<

>> Christian Handel bei Facebook <<

>> Christian Handel bei Instagram <<

Als gebundenes Buch (17,95 EUR), Ebook (14,99 EUR) und Hörbuch (9,95 EUR) erhältlich.

 

Eure Stef

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.