“Ich habe so lange auf diese Chance gewartet, so oft versucht, dich zu erwischen. Fast hätte ich es geschafft. Du bist es wirklich. Die andere Seite.”

Klappentext


Als der sechzehnjährige Eric herausfindet, dass er kein Mensch ist, beginnen seine Welt und sein Sinn für Realität langsam auseinanderzubrechen. Unglaubliche Geheimnisse und Täuschungen, seine tiefsten Ängste und die dunkelsten Mächte setzen eine schleichende, gefährliche Wesensänderung in Gang und lassen in Eric bald nur noch eine Frage zu: Was bin ich wirklich und wem kann ich noch vertrauen? Für ihn und Jack, seinen engsten Verbündeten und Freund, beginnt eine lange und harte Suche nach der Wahrheit, welche die schützenden Grenzen ihrer Welt völlig auflöst und ihre unbedingte Freundschaft und ihr Vertrauen zueinander bitter auf die Probe stellt.

Erster Satz


Ein leises, dumpfes Geräusch weckte ihn auf.

Meinung


Drachenkind erzählt die Geschichte von Eric, den immer wieder schreckliche Albträume plagen. Albträume? Oder doch Visionen? Er fühlt seine Träume, spürt, wie magische Kräfte in ihm zu wachsen beginnen und ehe er sich versieht, ist er mehr als nur der Heimjunge, der er bisher war. Er, begleitet von seinem besten Freund Jack, begibt sich auf eine Reise, weg aus der Realität in eine fremde, düstere Welt voller magischer Wesen, gefährlichen Abenteuern, neuen Gefährten und finsteren Gegnern, aber auch auf der Suche, was er ist und wo sich sein Platz befindet.

Eric ist eine Figur, die eher in sich gekehrt ist, die aber auch keine Angst hat, sich gegen Unrecht zu wehren. Viele sehen in ihm einen Beschützer, aber die Albträume und tiefe Gedankenwelt rufen auch andere Seiten von ihm hervor, die er selbst versucht zu verstehen. Diese Verbindungen zwischen Albträumen, Visionen, Realität und Gedanken hat der Autor sehr gut umgesetzt. Genauso ist ihm auch das Gleichgewicht zwischen ruhigen, gedanklichen Parts und schnelleren, spannenden Szenen gut gelungen.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Erics Blickwinkel erzählt, aber auch andere Blickwinkel bieten Abwechslung und zeigen die Figuren von verschiedenen Seiten, jede mit ihren Stärken und Schwächen. Umso länger man liest, umso facettenreicher werden die Figuren und bieten eine unbeschreibliche Tiefe. Man freundet sich mit ihnen an und geht diesen Weg mit ihnen, fängt an, ihnen zu vertrauen und mit ihnen zu kämpfen. Sehr, sehr gut fand ich die Freundschaft in diesem Roman, sei es die zwischen Eric und Jack oder anderen Figuren. Das hat mir sehr gut gefallen, weil Freundschaft einfach unglaublich wichtig ist.

Am Anfang der Geschichte wird mehr Wert auf die Gedanken gelegt als auf die Umgebungsbeschreibung, das war für mich auch etwas Neues. Mit der neuen Welt stürmen jedoch die Beschreibungen auf den Leser ein und erschaffen einen beeindruckenden Ort, den man nicht so schnell vergessen kann. Dabei bietet die Welt unglaubliche Überraschungen, die man nicht erwartet.

Und das ist ein wichtiger Punkt, den ich unbedingt erwähnen muss. Ich hatte ein gewisses Erwartungsbild, einfach weil ich hauptsächlich Fantasy lese, aber hier in dieser Geschichte passieren Dinge, die man eben nicht erwartet. Es ist keine 0-8-15 Geschichte, sondern bietet jede Menge Abwechslung.

Der Schreibstil ist nicht so einfach, da der Autor sich an teilweise sehr langen Sätzen bedient. Der ein oder andere Schreibfehler hat sich leider eingeschlichen, auch fehlende Kommas lassen einen ins Stocken geraten – Fehler, die im Nachhinein behoben wurden. Auf jeden Fall wird man nicht enttäuscht, denn inhaltlich überzeugt die Geschichte mit unglaublicher Fantasie und fantastischen Ideen.

Was ich persönlich an der Geschichte vermisst habe, war der Frauenpart und einfach ein paar schöne Momente, seien es ein paar Gefühle zwischen den Figuren oder ein tolles Erlebnis, dass man etwas geschafft hat oder über das man lachen konnte. Es gibt natürlich weibliche Figuren, allen voran meine persönliche Lieblingsfigur Seath, aber ich hätte gerne mehr von ihr gelesen, da sie vor allem am Anfang eher unnahbar war. Ich habe auch keine romantische Liebesgeschichte erwartet, das passt auch einfach nicht in dieses Buch, aber egal, ob Hauptfigur, Nebenfigur, magische Wesen oder sonstige Figuren, mir fehlten ein paar zwischenmenschliche Gefühle, sei es nur die Beschreibung eines Pärchens im Hintergrund oder ein bisschen gegenseitiges Necken, Flirten oder ein lässiger Spruch. Die Geschichte ist sehr düster, teils auch sehr bedrückend und deprimierend, weil die Welt einfach sehr düster ist und auch überall Gefahren lauern. Das zog mich dann manchmal selbst etwas herunter.

Ein über 800 Seiten langes Ebook ist für viele eine Herausforderung und man sollte auf jeden Fall Geduld mitbringen. Das ist kein Buch, dass man so nebenbei lesen kann, man auch definitiv nicht sollte, denn jedes kleinste Detail könnte im Verlauf der Geschichte notwendig sein. Vor allem am Anfang hangelt man sich von einem Geheimnis zum nächsten. Einige werden beantwortet, viele andere bleiben offen. Das könnte gerade am Anfang einen frustrieren, aber durchhalten lohnt sich! Es ist kein einfaches Buch und auch kein Kinderbuch, da zwischendurch sehr blutige und schmerzhafte Kampfszenen vorkommen.

Dieser Roman ist für alle etwas, die sich eine intensive Geschichte über Freundschaft, Magie, Kampf, Gewalt und komplexe Gedanken wünschen. Nichts für Zwischendurch!

Vielen Dank an den Autoren für das Rezensionsexemplar und die interessante Leserunde, bei der ich teilnehmen durfte.

Fazit


Ein guter Auftakt in die fantastische Welt des Drachenkindes! Die Geschichte hält viele Überraschungen und Geheimnisse parat und ist kein gewöhnlicher 0-8-15 Fantasy-Roman, sondern punktet mit neuen Ideen und einer sehr komplexen Handlung.

Fakten


Autor: >> Autor bei Lovelybooks <<

Feed: #drachenkindVertrauen
>> Drachenkind Feed <<
 Als Ebook (7,49 EUR) erhältlich.

Eure Stef

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