„Du hast jedenfalls nicht Nein gesagt.”

„Du hast mir erzählt, dass du nicht Nein gesagt hast.“

„Schon… Ich habe aber auch nicht Ja gesagt.“

 

Klappentext

 

Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?

 

Erster Satz

 

Das Gesicht meiner Mutter taucht hinter meinem eigenen im Spiegel auf, geschminkte Lippen auf gepuderter Haut.

 

Meinung

 

Du wolltest es doch ist ein Roman, der einen ziemlichen Redebedarf verursacht. Er passt völlig in die heutige Zeit nach den ganzen #MeToo-Debatten, Nein-heißt-Nein-Demos, Nachrichten über Gruppenvergewaltigungen auf der ganzen Welt, Internet-Mobbing, Slutwalks… Ja, wir sollten über das Thema einfach reden!

Ich muss euch sagen, auch ich musste reden. Gleich nach Beenden des Buches hatte ich meine beiden liebsten Buchfreundinnen geschrieben und ihnen kundgetan, dass mir schlecht ist. Mir war richtig schlecht, als ich das Buch beendet hatte. Nicht, weil es so eklig war, es gab zwar durchaus Stellen, da wollte ich die Augen schließen und vergessen, was ich gerade gelesen hatte. Nein, es lag eher daran, dass ich mir diese Geschichte, so wie sie passiert ist, irgendwo real vorstellen konnte. Und das schon alleine sagt etwas über unsere Gesellschaft aus! Wer die Begriffe “Victim Blaming” und “Slut Shaming” noch nicht kennt, sollte dies schnellsten ändern. Oder dieses Buch lesen…

Zu dem Buch will ich nicht zu viel verraten. Aber einen Punkt finde ich besonders wichtig und auch total interessant von der Autorin geschrieben. Die Protagonistin Emma ist alles andere als liebenswert. Würde ich sie beschreiben, würde ich die Worte zickig, oberflächlich, intrigant, selbstverliebt… verwenden. Sie ist keine Person, mit der ich mich identifizieren möchte. Ich mag sie einfach nicht. Und gerade dieser Punkt macht die Geschichte so unglaublich belehrend und wertvoll! Denn auch den schlimmsten Personen, darf so etwas nicht passieren. Es gibt einfach kein “Das hat sie verdient”! Zumindest nicht für mich. Aber wenn ihr einmal unter bestimmten Meldungen die Kommentare durchlest, schreiben viele genau solche Sätze. Diese Leute sollten sich schämen, es macht mich immer wieder sprachlos.

Jedenfalls möchte ich guten Gewissens diesen Roman weiterempfehlen. Lernt Emma kennen, lernt ihre Welt kennen und ihre “Freunde”. Ganz ehrlich? Wenn man solche Freunde hat, braucht man auch gar keine. Aber Emma macht hier auch keine Ausnahme. Erlebt mit Emma die Tage vor dieser Nacht. Durchlebt mit Emma die besagte Party und überlebt mit Emma die darauffolgenden Tage. Das Buch ist in zwei Hälften geteilt: letztes Jahr und dieses Jahr. Schaut euch Emma an, wie sie sich verändert. Wie sich nach dieser Nacht ihr Leben verändert. Es wird euch bestürzen! Und das Ende wird euch fassungslos machen. Aber lest euch auch unbedingt das Nachwort der Autorin durch!

Noch ein letztes Wort zum Ende, was viele kritisieren. Ich finde es für diese Geschichte passend. Ich würde mir selbst zwar etwas anderes wünschen, aber es passt. Egal, wie sehr es mich aufgewühlt hat, aber wenn ihr diese ganze Geschichte verfolgt habt und Emma als die Person, die sie nun einmal ist, anerkennt, dann werdet ihr hoffentlich meine Meinung dazu akzeptieren können.

 

Fazit

 

Eine schonungslose Geschichte, ohne besondere Ausschmückungen. Brutal ehrlich. Eine Geschichte, die man so leicht nicht mehr vergessen kann.

 

Fakten

 

Verlag: >> Carlsen <<

Autorin: >> Louise O’Neill <<

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Als gebundenes Buch (18,00 EUR) und Ebook (12,99 EUR) erhältlich.

 

Eure Simi

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