Von erfüllten Träumen und schweren Abschieden.

 

Wir verließen Queenstown und wendeten uns wieder der Ostküste zu, fuhren aber nicht den gleichen Weg zurück, sondern entlang der neuseeländischen Alpen.

Einen Zwischenstopp machten wir in Arrowtown, eine hübsche Kleinstadt direkt am Arrow River. Für mich war dieser Stopp natürlich viel mehr als nur eine Pause, denn am Arrow River wurde eine Szene aus Der Herr der Ringe gedreht und zwar die, wo Arwen Frodo vor den Ringgeistern rettet und im Fluss die Mächte ihres Volkes herbeiruft. Genau dort wollte ich hin und fand die Stelle auch, nachdem es über einen sehr wackeligen, schlammigen, halb zugewachsenen Pfad ging.

 

 

Mit ein bisschen Fantasie kann man es auf den Bildern erahnen… na gut, mit ein bisschen MEHR Fantasie, aber ich war sehr glücklich darüber.

 

 

Danach ging es weiter über Berg und Tal, wo wir einen weiteren Halt in Cardrona eingelegt haben. Dort befand sich die Cardrona Distillery, die wir besucht haben. Die Führung war wahnsinnig spannend und auch die anschließende Verkostung war wirklich toll.

 

 

 

Weiter ging es zum Mount Cook, wo auch der Lake Pukaki ist. Wir wollten dort hin, denn… genau dort gab es einen Helikopter-Rundflug. Mein Partner hatte ein Angebot gefunden und deswegen machten wir uns auf den Weg, um uns das Gelände und den Anbieter näher anzuschauen.

Wir fuhren also die Straße entlang, die Felder eher trist und gelb, hin und wieder ein paar grüne Büsche. Links und rechts befanden sich ein paar Berge und ein dunkelgrüner Wald, als dann auf einmal türkisblaues Wasser vor uns auftauchte. Erst ganz klein, dann immer größer und größer.

 

 

Ich kann euch diesen Moment nicht beschreiben, ich kann euch nur sagen, wie es mir ging. Ich war sprachlos. Lake Pukaki stellte alles in den Schatten, was ich gesehen hatte. Cape Reinga war den gesamten Urlaub einer der schönsten Orte für mich gewesen und dann kommt dieser Ort…

 

 

Durch die Sonne schimmerte das Wasser, die Blumen leuchteten, die Schneegipfel strahlten.

 

 

Selbst jetzt, wenn ich die Fotos sehe, fällt es mir schwer, den Blick davon abzuwenden. Atemberaubend schön.

Wir fuhren zur Helikopter-Station, ließen uns beraten und buchten die Tour! Am nächsten Tag flogen wir eine Runde mit dem Helikopter. Glaubt mir, ich konnte die Nacht nicht schlafen.

Bevor es losging, fuhren wir aber noch zum Mount Cook, um die Zeit zu überbrücken.

 

 

Wir sahen uns die Landschaft an, warfen einen Blick auf die Ausstellung und aßen noch Mittag. Ja, ich konnte noch etwas essen, auch wenn mir schon etwas mulmig wurde.

 

 

Dann hieß es warten… warten… und warten. Das Wetter hatte leider nicht so mitgespielt, wodurch unsere Flugroute nicht angeflogen werden konnte. Doch die Überraschung folgte. Ein Upgrade! Ohne Aufpreis durften wir die nächsthöhere Route fliegen und die ging genau am Mount Cook vorbei. Yeah! Und dann ging alles ganz schnell: Einweisung, Belehrung, Einstieg.

 

 

Mein Herz hat gerast, meine Finger haben gezittert, doch das Glücksgefühl ist gigantisch gewesen.

 

 

Stef über den Wolken.

 

 

Diese Aussicht, der Wahnsinn. Alles wurde immer kleiner.

 

 

Die Berge kamen immer näher. Schnee!

 

 

Und jeder der denkt, das ist doch bestimmt wackelig und unbequem dort oben… Nein, gar nicht. Die Pilotin konnte Windstöße sofort ausgleichen, wodurch ich die nicht gemerkt habe. Der Flug war – und das klingt bestimmt seltsam – weich und sanft.

 

 

Es folgte eine Zwischenlandung im Schnee. Mega!

 

 

Der Ausblick ins Tal! Geil!

 

 

Die Zeit war viel zu schnell vorbei.

 

 

Wenn ihr die Chance habt, einen Helikopterflug zu machen, macht es. Ich würde es immer wieder machen. Von all den Erlebnissen in Neuseeland war dieser Flug das absolute Highlight.

 

 

Wir genossen die Zeit am Lake Pukaki und ich hätte dort noch viel länger bleiben können, doch jeder Urlaub neigt sich irgendwann dem Ende entgegen.

 

 

Über Lake Tekapo und den Arthur’s Pass kehrten wir nun endgültig nach Christchurch zurück und verbrachten unsere wenigen letzten Tage dort.

Hier noch zwei Fotos vom Lake Tekapo. Auch dort war es wunderschön.

 

 

Wir statteten der Halbinsel Banks einen Besuch ab und besuchten ein Museum über die Maori-Kultur.

 

 

Der Weg dorthin war übrigens noch einmal sehr dramatisch, denn unsere Bremsen sind heiß geworden und haben gestunken. Upps. Da hatte ich das erste Mal Angst, dass unser Flitzi es nicht bis zum Ende schafft. Auch das Wetter war nicht so besonders…

 

 

Wir besuchten am vorletzten Tag noch Willowbank Wildlife Reserve und schauten uns die heimischen Tiere an.

 

 

Enten, Enten, Enten!

 

 

Aber wisst ihr, was wir dort auch sahen? Einen Kiwi. Eines der seltensten zu sehenden und vom Aussterben bedrohten Tiere.

 

 

Ich stand bestimmt eine Stunde im Nachthaus und beobachtete die kleinen Vögel. Sie sind wahnsinnig niedlich und einer kam auch ganz nah an den Zaun heran, sodass ich ihn hätte berühren können (durfte man nicht, habe ich auch nicht). Da ging mein Herz auf. Aber auch andere Tiere zauberten mir ein Lächeln ins Gesicht, hier nur ein paar von vielen.

 

 

Ob die Eule überlegt, wie sie mich am besten ärgern kann?!

 

 

Zu guter Letzt statteten wir noch dem Air Force Museum in Christchurch einen Besuch ab. Auch dort gab es viel zu sehen und zu bestaunen. Dadurch, dass es eh nur noch geregnet hatte, haben wir die letzten Stunden damit noch gut ausgenutzt.

 

 

So schön wie die ganze Zeit war, merkte ich aber, wie der Abschiedsschmerz von Tag zu Tag von mir Besitz ergriff. Ich freute mich auf zu Hause, auf meine Familie, alle Freunde, auf meine zwei Fellnasen, ich hatte so viel zu erzählen und so viel zu zeigen, aber irgendwie wollte ich auch nicht weg. Es war einfach unfassbar schön dort. Als wir unseren Camper aufgeräumt und sauber gemacht haben, ging es mir noch gut. Auf dem Weg zum Flughafen ging es mir noch gut. Als wir unseren Camper abgegeben haben… da war der Abschiedsschmerz nah und ich musste mich wirklich zusammenreißen, um nicht in Tränen auszubrechen.

Es klingt dämlich, aber auch wenn unser Camper nicht der neueste war, er hat uns drei Wochen durch Neuseeland begleitet, ist 4100 km gefahren und hat uns unbeschadet von A nach B gebracht.

Fünf Monate ist diese Reise jetzt her. Und nun sitze ich hier und schreibe euch die letzten Zeile meines Urlaubs nieder und muss mir tatsächlich eine Träne verdrücken. Die Sehnsucht nach diesem Land, den Orten, den Momenten ist unbeschreiblich.

 

 

Viele schrecken vor dem langen Flug zurück, aber hey… ich hatte keinen Jetlag und habe mir die Zeit mit tollen Filmen versüßt. Ich habe z. B. auf dem Rückflug alle drei Teile vom Hobbit geschaut. Ja, das musste sein. Irgendwie wollte ich noch nicht Abschied nehmen…

Wenn ich könnte, würde ich sofort noch einmal dieses Land bereisen. Es gibt so viele Orte, die wir nicht gesehen haben, wofür die Zeit einfach nicht gereicht hat. Ich vermisse die Menschen, die Freundlichkeit und die Harmonie. Es war einfach magisch und besonders.

Ich liebe jedes Foto, jede Videoaufnahme, jedes noch so kleines Andenken und sei es nur eine Eintrittskarte, die langsam verbleicht.

 

 

Die Reise war jeden Cent wert und es hat sich zu 100 %, nein, 1000 % gelohnt. Eines steht fest, ich komme wieder und ich werde noch einmal den Weg auf mich nehmen, um dieses wundervolle Fleckchen Erde zu besuchen.

 

 

So endet mein Reisebericht von Neuseeland und wer weiß, wohin mein Weg mich als Nächstes führt…

 

“Die Straße gleitet fort und fort,
Weg von der Tür, wo sie begann
Weit überland, von Ort zu Ort,
Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fußes nach
Bis sie sich groß und breit verflicht
Mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiß es nicht.”
(Bilbo aus Der Herr der Ringe)

 

Eure Stef

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