„Let me tell you this. This is the thing I learned. If you take in someone else’s poison – thinking you can cure them by sharing it – you will instead store it within you.“

 

Klappentext

 

WINNER OF THE GOLDEN MAN BOOKER PRIZE 2018 `Magnificent’ Sunday Times ‘The best piece of fiction I’ve read in years’ Independent on Sunday

The final curtain is closing on the Second World War and in an abandoned Italian village. Hana, a nurse, tends to her sole remaining patient. Rescued from a burning plane, the anonymous Englishman is damaged beyond recognition and haunted by painful memories. The only clue Hana has to unlocking his past is the one thing he clung on to through the fire – a copy of The Histories by Herodotus, covered with hand-written notes detailing a tragic love affair.

 

Erster Satz

 

She stands up in the garden where she has beend working and looks into the distance.

 

Meinung

 

Manche Bücher lesen sich weg wie nichts und dann gibt es aber Bücher, mit denen man sich Zeit lassen sollte, die man wirken lassen sollte, weil sie sich erst im Nachhinein entfalten. So ging es mir mit Der englische Patient von Michael Ondaatje.

Nach dem Krieg hält sich Hana, eine Krankenschwester, in der Villa Girolamo in der Nähe von Florenz auf, wo sie einen schwer verbrannten Patienten betreut, dessen Name und Herkunft sie nicht kennt. Anfangs noch allein kommt wenig später Caravaggio, ein Dieb und Spion, und Kip, ein Pionier und Spezialist, der Bomben entschärfen kann, dazu. Sie nehmen ihr Leben in die Hand, schaffen sich Aufgaben rund um das Haus. Wie sie mit den Kriegswirren umgehen und versuchen, weiterzuleben und wie die Vergangenheit sie gezeichnet hat, darum geht es in diesem Buch.

Gleich vorab, das Buch ist keine leichte Lektüre. Der Autor verknüpft Gegenwart und Vergangenheit, die Erinnerungen schleichen sich in die Handlung ein, um den Lesern die Figuren näher zu bringen, und die gegenwärtige Zeit und deren Gefahren, die sie mit sich bringt, bedrücken einen und lassen einen nachdenklich zurück. Der rote Faden lässt sich nur erahnen und deshalb entsteht erst am Ende das große Ganze.

Ich habe die Figuren alle auf ihre Art und Weise liebgewonnen oder auch zu schätzen gelernt. Jede hat ihre Geschichte, wobei die vom englischen Patienten mich am meisten beeindruckt hat. Ich liebe Ägypten und die Wüste, auch wenn ich selbst noch nie da gewesen bin, aber der Autor hat mich mit seinen Worten und den Beschreibungen so tief berührt, dass ich das Gefühl hatte, dort zu stehen. Doch auch die Vergangenheit des Patienten war sehr intensiv, gefühlvoll, aber auch dramatisch und ernst. Jede Figur hat mit ihrem Verlust zu kämpfen und trotzdem geht es weiter, irgendwie.

Michael Ondaatjes Schreibstil ist sehr besonders. Ich hatte zwischendurch ein paar Schwierigkeiten mit den Perspektiven, aber das ist nur mein persönliches Befinden. Das Erzählte und die Dialoge sind sehr oft eins, sind förmlich miteinander verschlungen, sodass die Dialoge auf Anhieb nicht zu erkennen sind, sondern während des Lesens stellt man fest, dass hier gerade jemand spricht oder auch jemanden anspricht und damit einen zurück in die Gegenwart holt. Das hat mich verblüfft und hat mir sehr gefallen. Auch die Beschreibungen und Gedanken haben mich beeindruckt. Es gibt viele brenzlige Situationen, aber auch Momente zum Durchatmen. Es ist hin und wieder verträumt und dann wieder sehr düster und traurig. Die Tiefe der Figuren hat mir ebenso unglaublich gut gefallen. Es ist einfach wahnsinnig intensiv.

Was der Krieg aus Menschen macht, was er hinterlässt und wie die Menschen damit umgehen, wird in diesem Buch verdeutlicht und das ist dem Autor einwandfrei gelungen.

Es ist sehr lesenswert, aber nicht für jeden geeignet. Ich habe mir wirklich Zeit dafür genommen und mich damit befasst. Außerdem habe ich es auf Englisch gelesen und damit noch einmal eine ganz andere Verbindung dazu. Es ist eine Nachkriegsgeschichte, die sehr ernst, bewegend und tiefgründig ist und es ist nicht alles auf den ersten Blick erkennbar, da man es auch auf sich wirken lassen sollte. Wer sich davor nicht scheut, sollte diesen Roman unbedingt lesen.

 

Fazit

 

Eine ergreifende, nachdenkliche Geschichte über vier Menschen, die sich mit den Folgen des Krieges auseinandersetzen müssen. Auch das, was er aus ihnen gemacht hat. Sehr lesenswert!

 

Fakten

 

Verlag: Bloomsbury UK

Autor: >> Michael Ondaatje bei Facebook <<

Als Taschenbuch (7,99 – 10,90 EUR) und Ebook (6,10 – 9,99 EUR) erhältlich.

 

Eure Stef

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