“Ich will nur einfach nicht so weitermachen. Ich will mich nicht mehr hilflos und stimmlos fühlen.”

 

Klappentext

 

Dafür steht die altehrwürdige Fullbrook Academy. James Baxter stammt aus bescheidenen Verhältnissen und verdankt seinen Platz an der Highschool einem Eishockey-Stipendium. Er ist ein Außenseiter in dieser Welt der Privilegierten. Ebenso wie Jules Devereux, die an der ganzen Schule als Rebellin bekannt ist und seit Jahren gegen überholte Traditionen, den alltäglichen Sexismus und jede Form von Diskriminierung kämpft. Als eine Party aus dem Ruder läuft, erheben James und Jules ihre Stimmen und stellen sich gegen die Macht der Elite.

 

Erster Satz

 

An meinem chaotischen ersten Tag in Fullbrook hatte ich einen klaren Gedanken: Hier gehöre ich nicht hin.

 

Meinung

 

Kaum ein Buch hat mich so zwiegespalten zurückgelassen wie Elite: Die Welt gehört euch nicht. Warum? Zum einen kann ich dieses Buch schlecht kategorisieren. Es werden extrem wichtige Themen angesprochen, die immer topaktuell sind. Machtmissbrauch, sexuelle Gewalt, Ausgrenzung, Homosexualität. Eine typische Mischung, wie es eben auch an Schule vorkommen kann. Jedoch ist die Verarbeitung der Geschehnisse eher oberflächlich. Versteht mich nicht falsch, es wird angesprochen, darum handelt das Buch ja auch, aber es gibt kaum richtige Folgen. Und hier kommt mein Problem. Gibt es die Folgen nicht, weil es sich um ein Jugendbuch handelt? Wäre es zu drastisch geschrieben, wäre es ja nicht mehr für Jugendliche. Jedoch ist es ab 16 Jahren deklariert und hier gehe ich davon aus, dass diese Altersklasse einiges schon lesen sollte und damit auch umgehen kann. Oder ist es so geschrieben, weil es die Realität widerspiegelt? Es gibt keine Folgen für Vergewaltiger, Homophobie und Mobber … ist es das?

 

“Sie haben uns in Fullbrook aufgefordert, bereit zu sein, es mit der Welt aufzunehmen, aber wir hätten das gefälligst leise zu tun. Was, wenn ich laut sein wollte? Was, wenn ich laut sein musste?”

 

Der Roman ist aus zwei verschiedenen Sichten geschrieben. Wir haben hier Jules Deveraux, eine Schülerin der Elite-Schule, welche einmal zu den It-Girls der Schule gehört hat. Als sie sich jedoch von ihrem Freund getrennt hat, ist sie gewissermaßen in Ungnade gefallen. Jules hat einen guten Gerechtigkeitssinn und ist die Feminismus-Aktivistin der Schule. Ihre Gründe hierfür sind für mich jedoch stets nachvollziehbar gewesen und so mochte ich ihre Gedanken über die Ungerechtigkeiten der Welt immer sehr gern.

 

“Keine Frau hatte je den Mond betreten. Und wenn sie es irgendwann tat, denn eines Tages kam es mit Sicherheit dazu – oder etwa nicht? -, würde man darüber Witze reißen, denn auch das ließ sich nicht vermeiden. Aus jedem Triumph wurde eine Lachnummer gemacht, die den Triumph schmälern sollte.” (Gedanken von Jules Deveraux)

 

Und dann gibt es da noch James Baxter. James ist neu auf der Schule, ehemaliger Footballer und Stipendiat, und versucht neu anzufangen und fühlt sich dennoch als Außenseiter.

Es war schön zu sehen, wie Jules und James sich näher kennen lernen, wie sie beide nicht mehr Außenseiter sind, um sich herum eine kleine, feine Gruppe scharren und einfach Freunde werden. Sie passten auf sich auf, sie beschützten sich gegenseitig und sie hielten zu einander. Und dennoch hat es mich im Herzen wenig berührt.

Allgemein kann ich sagen, dass das Buch zu Beginn ziemlich langatmig ist. Das Buch ist in ein Davor und Danach geteilt und ich empfand den Part des Davor ziemlich langgezogen. Das Danach war natürlich durch die Geschehnisse, die passiert sind, weitaus interessanter, ohne Frage. Und dennoch kritisiere ich die Verarbeitung der Geschehnisse. Ich möchte nicht viel vorwegnehmen, aber bei dem, WAS passiert ist, hätte ich mir persönlich eine weitaus tiefgründigere Verarbeitung gewünscht. Ich konnte dadurch weder mit den Betroffenen eine emotionale Verbindung aufbauen noch war mein Sinn für Gerechtigkeit in irgendeiner Form gestillt. Nein, eher im Gegenteil hat mich das Ende irgendwie frustriert zurückgelassen.

Dennoch werde ich dieses Buch weiterempfehlen, gerade wegen diesem Ende und der Frustration und der Frage – sieht so unsere Realität aus? Sehen so die Konsequenzen für Opfer und Täter aus?

 

Fazit

 

Ich bin hin und her gerissen zwischen Lob und Frustration. Ein Lob für die Vielfalt an wichtigen Themen und die Frustration einer Leserin über das Ende. Ein Buch, was mich in meiner Meinung zwiegespalten zurücklässt. Dennoch lesenswert, um die Frage zu beantworten … sollte es so sein?

 

Fakten

 

Verlag: >> Bastei Lübbe <<

Autor: >> Brendan Kiely <<

>> Brendan Kiely bei Instagram <<

Als Taschenbuch (12,90 EUR) und Ebook (9,99 EUR) erhältlich.

 

Eure Simi

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