Von Träumen, die verwirklicht werden wollten.

 

Seit Der Herr der Ringe in mein Leben getreten ist, bin ich ein Fan davon. Bücher, Hörbuch, Trickfilm, Film, Musik, Spiele … egal was, die Geschichten um Mittelerde faszinieren mich immer wieder aufs Neue und waren auch einer der Auslöser, warum ich angefangen habe, Fantasy-Geschichten zu schreiben.

 

 

Als ich Peter Jacksons Verfilmung als junger Teenie gesehen habe, war für mich noch nicht klar, dass ich eines Tages in das Land reisen würde, wo der Film gedreht wurde. Dieser Wunsch hat sich im Laufe der Jahre erst verfestigt. Und im Januar diesen Jahres haben mein Freund und ich spontan entschieden, dass wir die Reise buchen wollen und so nahm der Wunsch seinen Lauf. Wenn man in zehn Monaten verreist, ist die Zeit noch sehr lange und man denkt nur: „Zehn Monate dauern noch. Ach, es ist noch sooo viel Zeit.“

Und ZACK! Zehn Monate waren um… der November war da und die Reise begann.

Im Voraus gab es natürlich einiges zu tun. Pässe beantragen, Internationaler Führerschein besorgen, Englisch auffrischen, Katzensitter finden, Reise grob planen, Impfpass checken, Schuhe putzen…

Wenn das alles steht, muss man sich eigentlich keine Gedanken mehr machen. Oder?

Mit gepackten Koffern ging es für uns nach München, zwei Tage vor Flug, da wir dort einen guten Freund haben und ihn gleich besucht haben.

Ich weiß nicht, welcher Gedankenblitz mich traf, aber ich habe mir tatsächlich nichts dabei gedacht, als ich ins Blaue gefragt habe, warum man denn seinen nationalen Führerschein braucht, wenn man einen Internationalen Führerschein hat.

 

 

 

Und dann traf mich der Schock meines Lebens. Man braucht für die Gültigkeit des Internationalen Führerscheins seinen nationalen Führerschein. Ich hatte meinen Führerschein nicht dabei. Dieser war in Leipzig in einem Portemonnaie, weich gebettet in meiner Handtasche.

Mein Freund hatte beides dabei, ich sollte nur im Notfall fahren, wenn irgendetwas ist. Aber weiß man das vorher? Nein. Das Schicksal sollte man hin und wieder nicht herausfordern. Also?!

 

Stef hat 48 h Stunden Zeit, ihren Führerschein zu besorgen. Was macht sie?

a) Sie setzt sich in den Bus und die Bahn und fährt zurück nach Leipzig.

b) Ihre Eltern bieten ihr an, nach München zu kommen, um ihn ihr zu bringen.

c) Sie trifft sich auf der Hälfte der Strecke mit ihren Eltern auf der Autobahn.

d) Sie organisiert eine Mitfahrgelegenheit, die den Führerschein mitnimmt.

e) No risk, no fun.

f) Eine Fälschung an der nächsten Ecke besorgen.

g) Einen super schnellen Kurierdienst beauftragen.

 

Ihr werdet lachen. Bis auf f) – diese Antwort ist der Fantasie entsprungen – kamen alle Lösungen gedanklich in Betracht. Was hättet ihr gemacht?

Viele Wege führen nach Rom… oder eben zum Führerschein. Wir haben uns für die Mitfahrgelegenheit entschieden. Riskant hin oder her. Unser Freund kannte ihn, meine Eltern haben ihn kennengelernt und er ist bei Mitfahrgelegenheit registriert. Warum also an das Gute im Menschen zweifeln? Es ging alles gut aus. Die Mitfahrgelegenheit war sogar so nett und hat uns telefonisch immer auf dem Stand gehalten, wo sie gerade ist und wann sie genau in München eintrifft.

So kam der Führerschein via Mitfahrgelegenheit zu mir und viele, viele Steine fielen von meinem Herzen ab. Dann konnte sich die Vorfreude auch endlich entfalten.

Wir hatten noch ein paar schöne Stunden in München, bis es endlich soweit war. Aufstehen, frisch machen, Koffer wiegen, noch versuchen, etwas zu essen und zu trinken und schon ging es los zum Flughafen. Einchecken, ab durch die Sicherheitskontrolle, warten und warten und warten. Das Gate wurde geöffnet, wir spazierten in den Flieger und über die Wolken hinweg, der Nacht entgegen, ging es nach Dubai und von dort nach Auckland. Einmal 6 Stunden und einmal 16 Stunden mit 3 Stunden Aufenthalt in Dubai. Einige fragen sich jetzt wahrscheinlich… Sollte man wirklich diese Flugzeit auf sich nehmen, um nach Neuseeland zu reisen? Ich selbst kann aus tiefsten Herzen nur sagen: Ja. Wenn ihr könnt und mit den Gedanken spielt, macht es. Ich bereue keine einzige Sekunde.

Wir waren mit unserer Airline sehr zufrieden, das Unterhaltungsprogramm war einwandfrei, wir hatten wirklich nichts daran auszusetzen. Jetlag? Ich kann von mir sagen, dass ich keinen hatte. Ich war zwar k.o., aber ich kam mit der Uhrzeit komischerweise zurecht. Was habe ich gemacht? Ich habe mich während des Flugs an der Ortszeit in Neuseeland orientiert und habe versucht zu schlafen, als auch dort Nacht war.

Einen sehr inspirierenden Gedanken hatte ich im Flieger, als wir in der Nacht über ein Gewitter hinweg geflogen sind. Ich sag euch… das sah fantastisch aus, wie die Wolken geleuchtet haben. Als ob Götter gegeneinander kämpfen…

 

 

Nach den 16 Stunden wieder Land zu sehen, war auch ein Highlight. Frei nach den Worten: Land in Sicht!

 

 

So kamen wir in Auckland an und starteten unsere Reise einen Tag später gen Norden. Die Stadt Paihia und am nächsten Tag eine Fahrt zum Cape Reinga. Immer mit dabei: unser Camper Van!

 

 

In Paihia haben wir eine Bootstour gemacht, wo wir das Hole in the Rock und Delfine gesehen haben. Das war atemberaubend und ich bin immer wieder verblüfft, wie nah die Delfine gekommen sind.

 

 

Durch das Hole in the Rock sind wir auch mit dem Boot durchgefahren. Das war nichts für schwache Nerven.

 

 

Die Cape Reinga-Tour war ebenfalls der Hammer. Neben dem kurzen Stopp beim Kauri-Wald und den Sanddünen, wo wir Sandboarding gemacht haben, war Cape Reinga ein Traum. Doch seht selbst.

 

 

 

Diese wundervollen Bäume…

 

 

Die sind wirklich sehr dick, hihi.

 

 

Bekannt ist Neuseeland für seinen Farn. Der wächst wirklich überall.

 

 

Und nach dem grünen Dschungel tauchen auf einmal Sanddünen auf. Der Marsch nach oben war echt übel … dafür war das Sandboarding umso cooler. Ich hatte zwar danach überall Sand – und wenn ich sage überall, dann meine ich auch überall – aber es hat wirklich Spaß gemacht.

 

 

Und dann erreichten wir das Cape Reinga. Da fehlten mir tatsächlich die Worte.

 

 

Dieser Ort war unglaublich schön.

 

 

Cape Reinga ist der nördlichste Punkt Neuseelands und für die Maori ein heiliger Ort.

 

 

Da hätte ich Stunden sitzen können …

 

 

 

Auf dem Rückweg ging es dann den Ninety Mile Beach entlang, ebenfalls sehr, sehr sehenswert. Da Ebbe war, konnte man dort den langen Strand sehen und diesen auch befahren. Das war aufregend.

 

 

Das waren gerade mal die ersten zwei Tage … und ich habe schon solch schöne Orte entdeckt.

Cape Reinga war in diesem Moment auch mein absoluter Lieblingsort. Ich habe mich doch tatsächlich gefragt, ob etwas diesen wunderschönen Ort toppen kann. Haha. Solch eine Frage …

Fortsetzung folgt.

 

Eure Stef

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